Dicktator Soundz III, oder „Es gibt so Abende, da…“

… weiß man, warum man da ist und jener an dem sich Brutus und Manon Meurt die Ehre in der altehrwürdigen scheune zu Dresden die Ehre gaben, war einer davon. Im Veranstalter Business trifft man auf unglaublich viel Musiker, und jeder hat eine andere Macke. Und eine noch größere Macke hat meist das Umfeld aus Roadcrew, Managern und Agenten, die vor lauter Selbstabfeierei ab und an ganz vergessen, dass sie ihren auserwählten Job nur machen, weil sie selbst zu untalentiert sind, um im Rampenlicht zu stehen, und dafür noch ihre Schützlinge brauchen. Aber das konnte man mal getrost an diesem Abend vergessen, denn es gibt sie noch: geerdete, junge und unglaublich hingebungsvolle Musiker, die Spaß daran haben, mal raus zu fahren, die Welt und ihre Clubs zu sehen und eine Priese Rock’n Roll zu atmen.

Brutus - Manon Meurt - Backline

Brutus z.B. zogen ohne jede Erwartung aus Belgien los, um mal zu schauen, ob man mit ihrem eigenwilligen Sound auch außerhalb Flanderns was anfangen könne. Als sie nachmittags in der Sonne vorm Haus saßen, und wir unsere Erwartungen austauschten, meinten sie, dass es schon schön wäre, wenn überhaupt fünf Leute kämen, denn wer sollte sie denn schließlich ausgerechnet hier kennen. Und auch Manon Meurt aus Prag hatte es bislang eher sehr selten mal gen Sachsen verschlagen, weswegen auch sie eher Skepsis walten ließen, was die Erfolgsaussichten anbelangte. Immerhin fanden beide Bands, die sich bis dato nicht kannten, schnell einen gemeinsamen Nenner, und hatten spätestens nach dem Soundcheck schon einigen Respekt voreinander. Die Chemie stimmte also schon mal.

Brutus /// live /// scheune Dresden /// 24.03.2017

Es fanden sich dann doch knapp 80 Leute ein, die eine gesunde Neugier auf die beiden Bands mitbrachten. Manon Meurt starteten. Dass sie mit einem angeschlagenen Gitarrenverstärker zu kämpfen hatten, merkte man ihnen gar nicht an. Mein alter Buddy Josef, altgestandener Tourmanager aus Prag, hatte verdammt nochmal Recht, denn er meinte letztes Jahr mal, dass ich mir die Band unbedingt mal ansehen solle, denn sie würden trotz ihres jugendlichen Alters eine super Reinkarnation der göttlichen Slowdive abgeben. Und wer hätte denn mit Anfang 20 heute noch eine Platten von denen im Schrank.  Und so füllten sie den Saal mit wundervollen Shoegaze Sound, gekrönt vom hingebungsvollen Gesang ihrer Frontfrau Kata, der das Publikum schwer fesselte und dahin schmelzen ließ. Ich hatte echt Gänsehaut in Anbetracht dieses wunderschönen Sounds. Und dass selbiger so glasklar klang und die Bühne so stimmungsvoll illuminiert wurde, sagte mir, dass selbst Eddy und Falk an den Reglern der Technik Spaß zu haben schienen.

Manon Meurt live @ scheune Dresden
Manon Meurt /// live /// scheune Dresden /// 24.03.2017

Brutus hatte ich letztes Jahr mal zufällig beim Durchforsten meines Postfaches entdeckt, mal kurz reingelauscht und die Booking Anfrage mit Interesse meinerseits beantwortet. Diese Band hatte was völlig Eigenes, einen Mix aus Statistiken, die eigentlich gar nichts gemein haben, hier aber durch die wahnwitzige singende Drummerin Steffanie Mannerts brachial zusammengeknüppelt werden. Nun war ihr Debüt Album „Burst“ erschienen und die Tour ging tatsächlich an den Start. Und irgendwie schienen die Vorboten des Sounds schon in Dresden angelangt zu sein, denn das Publikum ging gezielt einen Schritt vor und war direkt vom ersten Song weg drin. Welch brachiale Soundwand krachte da von der Bühne runter. Die Dynamik von kalifornischen Melody Punk trifft auf derbe Black Metal Blastbeats, Postmetallische Gitarrenwände und einen Hauch von Popappeal. Mit wahnwitzigem Tempo kämpfte sich das Trio durch die Stücke ihres ersten Albums und machte keinen Gefangenen. Am Ende lag ihnen das Publikum zu Füßen.

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Brutus /// live /// scheune Dresden /// 24.03.2017

Solch musikalisch wie menschlich perfekten Abende hat man selten, und ich bin umso dankbarer, dass es Bands wie Brutus und Man Meurt gibt, die hungrig auf Leben und gute Musik sind, und dies auch auf und hinter Bühne rüber zu bringen wissen. Wie gesagt, es gibt eben Abende, wo einfach alles stimmt und wo man auch weiß, warum man das alles macht. Solltet Ihr diese Show verpasst haben, und mal irgendwo die Chance bekommen, eine der Bands zu sehen, dann tut dies unbedingt! Ihr werdet es nicht bereuhen.

Die industriellen Klangwelten des Tristan Shone

Großen Respekt habe ich vor Menschen, die scheinbar gegensätzliche Welten miteinander vereinen können. Man nehme zum Beispiel konstruktiven Maschinenbau und Musik. Als ich vor vielen Jahren mein Ingenieursstudium an der TU Dresden abschloß, fehlte mir jegliche Assoziation, wie man das Gelernte künstlerisch hätte verwerten können. Tristan Shone fand einen Weg, dies zu tun. Unter dem Namen Author & Punisher tourt er mit seinen selbstentwickelten Stahlmaschinen um die Welt, um organisch erzeugten Industrial Sound live darzubieten. Alles fing da an, wo er sein Hobby – Bass spielen in einer Metalband – mit seinem Maschinenbau-Beruf kaum mehr überein bekam, und daraus seine Schlüsse zog. Aber lassen wir es ihn selbst erklären!

Author & Punischer kommt im April einmal mehr auf Europatour und macht am 12. April auch Station in Dresden (Chemiefabrik).

Tumult Produktionen präsentiert:
AUTHOR & PUNISHER
Mittwoch 12. April 2017
Chemiefabrik Dresden
Einlass 20:00 / Start 21:00
Tickets im VVK: 10 € / AK: 13 €
Vorverkauf bei Drop Out Records und Sax Ticket Dresden oder per Vorbestellung unter www.chemieabrik.info.

Liebesgrüße aus Creepsylvania

Ghoul die Erste: „Roz kommt mit Ghoul rüber! Wär das nicht was für die Morbiden?“, so oder so ähnlich meldete sich Conny Cobra seinerzeit zu Wort. Und weil man dem exzellenten Sinn für morbiden Rock’n Roll dieser Dame immer trauen kann, standen sie dann 2009 zusammen mit Bands wie Malevolent Creation und Municipal Waste auf der Bühne des Eastclub. Die Thrashwalze der maskierten Zombies aus Creepsylvania zwang alle schier zu Boden. Eine Frage stand nachher in die Gesichter aller Anwesenden geschrieben: „Was war das denn!?“

Ghoul die Zweite: Mittlerweile 2013 entstiegen sie wieder der Gruft, beseelt vom zartsüßem Duft, den ihre Tourbegleiter von Cannabis Corpse verbreiteten und verstärkt durch einem chamäleongleichen Geist, der in unterschiedlichsten Reinkarnationen die Übel dieser Welt über die Bühne direkt vors gnadenlose Mündungsfeuer der maskierten Thrasher aus Oakland jagte. Man lag sich erneut am Ende selig in den Armen, denn wann kann man schon mal diesen ganzen Wahnsinn da draußen so schön gepflegt mit einem Augenzwinkern den Stinkefinger zeigen.

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Ghoul die Dritte: Letzten Mittwoch – die 4 Jahre waren wiedermal rum! Schauplatz der Zeremonie wie schon beim zweiten Akt die Chemiefabrik. Und auch wenn das Publikum mit der Band gealtert ist, und es sich zusehends schwer tut, unter der Woche den Weg in den Schatten der Petrikirche zu finden, so trafen sich doch die üblichen Eingeweihten, um mal wieder gut gerockt zu werden. Nachdem Pest Hole eine solide Basis in den Raum gezimmert hatten, die selbst altgestandenen Grind Recken, die sonst demonstrativ Vorbands auslassen, Respekt abverlangte, war das Gräberfeld zum Tanz der Zombies bereitet.

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Ghoul sind so eine Art Supergroup des Weststaaten Thrash/Death-Undergrounds. Hinter den Masken der vier Wiedergänger Digestor, Cremator, Fermentor und Dissector verbergen sich aktuelle und ehemalige Mitglieder so illustrer Kapellen wie Exhumed, Impaled, Engorged, Secret Chief 3, Wolves In The Throne Room, Phobia oder Vöetsek, womit keinerlei Zweifel an der Stilsicherheit ihres Sounds aufkommen dürfte. Ihr Markenzeichen sind ihre Masken und die Showeinlagen ihrer illustren Bühnengäste. Wenn Commandant Dobrunkum – eine Mischung aus Darth Vader und Donald Trump und seines Zeichens Führer von Creepsylvania, der imaginären Parallelwelt in der Ghoul ihr Dasein fristen –  dem Geist des Punkrock mit Baseballkeule und Vorschlaghammer den Garaus machen will, und Baron Samedi seinem Voodoo-Hühnchen bei lebendigem Leib den Kopf abbeißt, um mit der daraus entspringenden Blutfontaine das Zeichen des Voodoo einem jeden totgeweihten Anwesenden auf die Stirn zu zeichnen, dann fühlt man sich an die wundervoll ausartenden Splatter Massaker der seligen Gwar zurückerinnert.

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Ghoul wollen killen, egal ob mit ihren Schock Effekten aus der guten alten Halloween- und B-Movie Trickkiste oder mit ihrem gnadenlos schnellem Thrashmetal. Hier werden keine Überlebenden geduldet! Und weil genau diese Zeremonie so wundervoll unschuldig an Zeiten weit vor Internet, Virtual Reality und überproduzierten 3-D-Blockbustern mahnt, und dabei mehr Stringenz in der Aussage zu wahrhaft Relevantem mit viel Augenzwinkern vermittelt, sollte man Ghoul einfach lieben – auch wenn sie wie gesagt das Ziel haben, leider alle Anwesenden töten zu müssen. Schließlich wollen sie ja auch in Creepsylvania mit coolen Leuten feiern, und dahin hat auch Eventim kein Ticket im Angebot, denn das bezahlt man nun mal mit seinem Leben, das man hier und heute Ghoul überschreiben durfte. Und so ziehen wir in den Morgennebel und in spätestens vier Jahren schauen wir mal wieder im Tal der Ahnungslosen vorbei, ob noch ein paar rastlose Seelen zu holen sind.

Zurück in die Zukunft mit Schildkrötenthomas…

… ein kleiner sentimentaler Rückblick auf das Konzert von Dyse, Tour De Force und Minus Hope am 25. Februar 2017 im Eastclub Bischofswerda.

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Dyse /// live /// Eastclub Bischofswerda /// 25.02.2017

Am gestrigen Samstag begab ich mich auf eine kleine Zeitreise, und ich glaube nicht nur ich. Ich bin mal so frei und hole ein wenig aus. Als ich mich Ende der 90er in die DIY Kultur der vornehmlich lokalen bis regionalen Punk/HC-Szene treiben ließ, gab es im östlichen Umland von Dresden noch eine ganze Reihe unangepasster Kids, die in schäbigen Garagen und Kellern ganz passable Bands gründeten. Ich konnte weder singen noch ein Instrument spielen, aber ich hab mich seinerzeit immer gefragt, wie man es schaffen könnte, gute Konzerte ins sonst so triste Dörfchen zu zaubern. Und da DIY ja heißt, dass man es einfach mal probieren sollte, begann ich im Eastclub Bischofswerda, einer kleinen anarchischen Oase der Subkultur, wo sowas auch ohne große Probleme möglich war, seinerzeit eben jenen Musikern kleine Shows zu organisieren. Und so traf Eins das Andere, und ich entsinne mich an dieses kleine Festival mit u.a. Strange Corner und Kafka aus Italien, den 4 Sivits und eben auch Tour De Force aus Großröhrsdorf.

Letztere traf ich in einer dieser musikalischen Garagen des Rödertals, und dabei klangen die ganz und gar nicht nach der üblichen lokalen Piefigkeit, sondern eher nach Snapcase, At The Drive In und all diesen neuen US-Bands, die die Klischees ignorierten und einen eigenwilligen New School Hardcore erschufen. Das war damals schon seiner Zeit voraus und klingt heute immer noch zeitlos. Der Band folgte ich eine ganze Zeit, ihre erste 7″ wurde mehr oder minder mit den Shows im Eastclub finanziert, und bei jedem Konzert und mit jedem neuen Song überzeugten sie mehr und mehr. Als jedoch ihr Ausnahmegitarrist André von der damals hart gepushten Band Krieger abgeworben wurde, lösten sie sich auf, da sie ohne ihn nicht weiter machen wollten. Krieger sind mittlerweile auch schon lange Geschichte, die Jungs sind aber stets Kumpels und verdammt gute Musiker geblieben. Und so sah Dresden letzten Herbst eine Reunion Show von Tour De Force, der nun gestern die Rückkehr zu ihren Wurzeln in Bischofswerda folgte.

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Tour De Force /// live /// Eastclub Bischofswerda /// 25.02.2017

Eine andere Erinnerung: Dresden, Robert Matzke Strraße, Minus 20 Grad, Schneetreiben, Roerhedds und Fluid auf Tourstop im Keller des besetzten Hauses. Eine Show bei der so ziemlich alles schief ging, was schief gehen konnte. Stromausfall, kein Veranstalter vor Ort, dafür die Anwesenden komplett ahnungslos. Als dann endlich mal die Technik lief und der Bollerofen die klirrende Kälte zu besiegen begann, ließen die Jungs ihren Frust über diesen  missglückten Abend auf der Bühne raus. Die Roerhedds waren seinerzeit die kleinen, ostdeutschen Brüder der Melvins – heftigster Amrep-Noiserock, der es mit seiner Sperrigkeit stets schwer hatte, die Masse zu erreichen, und vielleicht auch deshalb qualitativ eine andere Liga bediente, als die komplette lokale Bandszene es zu tun pflegte. Nach der Show meinte ihr Frontmann  André damals zu mir: „Seit 8 Jahren bin ich mit der Band unterwegs, und ich dachte solche verkorksten Nummer hab ich langsam mal hinter mir. Wir nehmen noch einen Anlauf, spielen paar neue Songs ein und versuchen es nochmal. Wenn das nicht fruchtet, schmeiß ich das alles hin.“

Ich meinte, ich könne ja versuchen, ein paar Demos weiter zu reichen. Vielleicht finden sie ja darüber mal den richtigen Deckel zum Topf. Wenig später lag da eine Tüte mit einer Handvoll Promo-CDs im Briefkasten, für die sie sich nun in Volt umbenannt hatten. Auch dabei waren noch ein paar Aufnahmen von Andrés neuem Nebenprojekt namens Dyse. Er meinte dazu, dass er mit Jari von Rodeo Queen da mal was Neues probieren wolle, und die Chemie zwischen den Beiden ganz gut wäre, und vielleicht könnten sie ja mal im Eastclub spielen. Die Volt-CDs schickte ich an Andreas Kohl, der Exile On Mainstream Records betrieb und nebenbei noch den Vertrieb von Southern Records und deren angeschlossenen Lables in Europa managte. Als ich in fragte, ob er sich denn das mal anhören möchte, und dass ich an die Band glauben würde, meinte er, er hätte grad kein Geld mehr, in näherer Zukunft noch was rauszubringen. Aber wenn ich meinen würde, dass es sich lohnt, solle ich mal was rüber schicken, und er versuche es weiterzuempfehlen.  Ein paar Wochen später rief er an, und meinte, dass ich ihm doch hätte gleich sagen sollen WIE geil diese Band da ist, und dass man das Ding einfach rausbringen  müsste.

HMS07Und so erschien alsbald dann doch die erste Volt-EP in einer schicken Blechdose. Leider trennten sich die Wegen des Trios nach dem drauf folgenden Longplayer aufgrund persönlicher Differenzen, aber in ihrem Windschatten nahmen Dyse erst so richtig Fahrt auf, deren Debüt-Album auch direkt auf demselben Label folgte. In Verbindung mit ihren sagenumwobenen Liveshows sorgte das Duo schnell für Furore. Die erste EU-Tour fuhren Dyse dann im weißen Ford Transit des Eastclub, und ihr einziges echtes Gastspiel ebenda war dann im Rahmen des „Hören mit Schmerzen“ Festivals – übrigens mit einem Lineup, welches sage und schreibe neben ihnen u.a. Amenra und War From A Harlots Mouth beinhaltete.

Sie machten dann ihren Weg, tourten weltweit, standen im Vorprogramm der Ärzte auf den größten Bühnen des Landes und spielten die abgefahrensten Festivals an den wildesten Locations, ohne dabei jemals die Bodenhaftung zu verlieren. Und so meinte Jari gestern, dass er es schon schade fand, dass man ihn lange nicht gefragt hätte, ob er denn mal wieder in Bischofswerda spielen möchte, und wie sehr sie sich freuen, nach zehn Jahren mal wieder im Städtchen mit ihren alten Weggefährten zu feiern.

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Dyse /// live /// Eastclub Bischofswerda /// 25.02.2017

All das nebst einer Vielzahl altbekannter Gesichter, zog gestern so vor meinem geistigen Auge vorbei, weswegen diese erste echte Tumult Produktionen Show irgendwie mehr war, als nur ein weiteres Konzert. Schön dass es den Laden noch gibt, schön, dass die kreativen, bunten Typen von einst noch leben, sich ihrer Sache nach wie vor bewusst sind, und mal wieder so zahlreich zusammenfanden.  Der Vibe stimmte! Wunderbar, dass sich noch ein wenig Leben regt vor den Toren von Dresden.

Wand, oder die pure Magie des Gitarrenriffs

Ein Zauberstab – nichts Anderes heißt Wand ins Deutsche übersetzt – ist ja an sich einfach nur ein Werkzeug, um damit ziemlich übernatürliche Dinge zu vollführen. Übernatürlich ist das, was die Band Wand da zelebriert allemal, und der lebende Beweis, dass die US-Amerikanischen Kunsthochschulen wirklich kreative, inspirierende Geister hervorzubringen vermögen. Denn genau da trafen Lee Landay und Evan Burrows auf diesen Cory Hanson, der damals – so 2013 war das – schon eine Zeit lang als Musiker bei den Meatbodies und Together Pangea aktiv war, und da schon einige ganz gute Songs selbst geschrieben und fortan auf Tasche hatte. Mit den beiden Kollegen verstand er sich blendend, und so stand der der Bandgründung nichts im Wege. Stücke gab‘s ja schon, zum einen mit seinen vorherigen Mitstreitern bereits aufgenommene, zum anderen einfach in der Schublade befindliche. Also wurde direkt das Debutalbum „ganglion reef“ eingespielt und auch live drauf los rerockt. Heraus kam die Platte auf dem God! Label, der musikalischen, Drag City Records untergeordneten, Spielwiese des Psych-Rock Weirdos Ty Segall, der vom Sound von Wand dermaßen überzeugt war, dass er sie direkt als Support auf eine ausgedehnte US-Tour nahm, wo sie unglaublich gut ankamen.

Binnen kürzester Zeit folgte mit „Golem“ direkt ihr zweites Album, produziert von Chris Woodhouse, auch bekannt für seine Arbeit mit Thee Oh Sees, der entscheidend dazu beitrug, dass diese Platte, so opulent, elegant und power-poppig klang, und mit ihrer bizarren und abgefuckten Entstehung vom Sound her nichts gemein hatte. Und keine weiteren sechs Monate später schoben sie nun in Eigenregie direkt gleich noch mit „1000 days“ ihr Drittwerk hinterher. Hanson – der nebenbei mit Evan Burrows auch das Rückgrat von Ty Segalls Liveband The Muggers formte – ist ein sprudelnder Quell in Sachen Songideen. Gerade erst erschein mit „The Unborn Capitalist From Limbo“ ein Soloalbum auf Drag City, und auch Wand werkeln bereits an der nächsten Scheibe. Für diese nehmen sie sich aber nun ein wenig mehr Zeit, denn ein wenig kreativer Freiraum und eine Absage an das ewig selbe Aufnehmen-Touren-Aufnehme-Touren-Spiel, soll ihnen den nächsten Schritt zum vollendeten Song erleichtern.

Wand zelebrieren mit selten gesehener Spielfreude und Virtuosität Psychrock-Hymnen deren wahnwitzige Gitarren-Solos sich in ein wohlig waberndes Soundkleid hüllen. „Fire on the Mountain“ heißt das dreiteilige Song Epos auf ihrem Debütalbum, dessen Sound den Zuhörer in eine erhabene Landschaft führt, die Bob Ross hätte kaum ergreifender malen können, und das einem so nachdrücklich im Kopf bleibt. Wand sind wahre Zauberer an ihren Instrumenten, sie sind der Zauberstab, der Euch verzaubern wird. Überzeugt Euch selbst. Wand spielen am 24. Mai in der scheune Dresden!

Dicktator Soundz
WAND (usa) + PILL (usa) + SIR ROBIN & THE LONGBOWMEN (ger)
Mittwoch 24. Mai 2017
scheune Dresden
Einlass 19:30 / Start 20:30
Tickets im VVK: 12 € zzgl. Gebühren
>>> ZUM ONLINE TICKETSHOP
… außerdem erhältlich an allen bekannten Vorverkaufsstellen, im scheunecafé und im Dropout Records Shop (Alaunstr. 43)